November 20

Dieser Monat wird uns allen wieder besonders gut in Erinnerung bleiben. Der Monat, an dem die Beschränkungen wieder zurück sind.

Auf unserem kleinen Herbstspaziergang am 3. November durch den Naturerlebnisraum Stollberg habe ich deshalb auch gleich ein paar geschlossene Tore für diesen Artikel mitgebracht.

Aber natürlich auch ein paar Motive, die Zuversicht vermitteln möchten. Da sind zuerst meine Eltern, beide Anfang 80, man ist nicht mehr so flott unterwegs wie vor 15 Jahren, aber Setter Velvet hält die beiden in Bewegung. Die vielzitierte Risikogruppe unterwegs mit dem Hund. Gut so.

Auf diesen Runden durch die schöne Natur Nordfrieslands habe ich auch meistens eine Kamera dabei. Mein letzter Blogbeitrag auf dieser Webseite ist schon Monate her, da war das Frühjahr mit seinen Beschränkungen da und ich weilte zu der Zeit im Königreich Hannover. Aber die Möglichkeit, die schönen Dinge in der Natur zu sehen, gibt es eigentlich überall.

Jetzt ist der Herbst da, die Gesellschaft und vor allem die Politik, die wichtige Rahmenbedingungen hätte regeln müssen, hat nichts getan. Nichts gelernt. Im Gegenteil.

Sinnfrei Geld verbrannt, aber nicht einmal ansatzweise einen Plan entwickelt, um die Krise, in der wir uns alle befinden, in die Schranken zu weisen, einen Weg zu zeigen, wie es gehen könnte, eine politische Diskussion im Reichtstag zu fördern und Konsens zu suchen.

Wir sind Monate nach dem ersten Schock kein Stück weiter. Da bleibt einem nur die Möglichkeit, so gut es geht Allem und möglichst Vielen aus dem Weg zu gehen, sich auf das besinnen, was wirklich wichtig ist, die Familie und ein kleiner Freundeskreis.

Man muss auch nicht immer alle persönlich treffen, aber selbst so eine kleine Runde mit dem Hund – dem besten Freund des Menschen – kann einen vieles vergessen lassen. Oder ein paar Herbstblumen oder Hagebutten im bleichen Novemberlicht vor einem Reetdachhaus. Wenn man sich die Zeit nimmt und es sehen will.

Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge ist angesagt, abschätzen, was wichtig und richtig ist in der fehlgeleiteten Informationsflut. Es ist unfassbar, wie manipuliert und gelogen wird, anstatt sinnvolle Maßnahmen zu diskutieren und festzulegen. Aber die Gesellschaft ist zerstritten und überfordert. Und die Spaltung schreitet täglich weiter voran. Gut für das Virus. Schlecht für uns.

Wie schön ist es da, ein paar Minuten bei den Tieren auf der Weide zu verweilen. Sie haben hier Namen. Ich lese Vierklee und Wichtel.

Etwas mehr Ratio und weniger Aktionismus wäre angebracht. In Berlin und anderswo. Das Schaulaufen der Eitelkeiten kann wirklich keiner mehr sehen.

So schaffen wir das nicht. Erst recht nicht mit Aussitzen, wie „Mutti“ es so gerne tut. Viel zu lange hat sie schon Land und Gesellschaft gelähmt. Hund müsste man sein in diesen Tagen. Velvet ist jedenfalls ganz entspannt.

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