Mittagspause

Aufgrund der #WirBleibenZuhause Vorgaben arbeite auch ich seit einiger Zeit ausschließlich in meinem Büro in Langenhagen. Morgen werde ich aber zu einem Termin ins Home Office fahren. Was, ihr seid verwirrt? Home Office ist doch zu Hause? Naja, das “Home Office”, von dem die Deutschen immer sprechen, ist der Schreibtisch in der eigenen Wohnung.

Es ist wieder so ein unmöglicher Scheinanglizismus, so ein Ding wie “Handy”, “Oldtimer” oder “Public Viewing”. Worte, die im Englischen etwas vollkommen anderes bedeuten als die Verwendung im Deutschen, die ja in dem Fall nur den Zweck hat, cool und weltgewandt zu klingen. Ja, die Deutschen lassen ihre Sprache verkommen, es sind schon desolate Zustände, viele dieser Wortschöpfungen schaffen es sogar in den Duden. Der Engländer hingegen lacht oder schüttelt den Kopf, wenn der Deutsche diese Worte auch in der Konversation oder schlimmer noch Korrespondenz gemischt mit “richtigem” Englisch verwendet.

Aber wo bin ich jetzt morgen? Ich habe tatsächlich einen wichtigen Kundentermin für mein neues Projekt. Ich treffen mich mit einem Kundenmitarbeiter (mit ausreichend Abstand) in einem (großen) Schulungsraum des Kunden – eben im “Home Office” des Kunden. Das ist nämlich die Zentrale eines weltweit tätigen (deutschen) Konzerns in Hannover – und wird im Gegensatz zu den Außenstellen (den Local Offices) eben genauso bezeichnet. Das ist m.E. auch die einzig sinnvolle und korrekte Verwendung für diesen Begriff in Deutschland. Und führt doch jedes mal wieder zu Verwirrungen, weil die Deutschen die Sprachen zu gerne mischen, ohne vorher die Konsequenzen zu bedenken.

So, bin etwas vom Thema ab, aber ich wollte ja in dieser Zeit wieder etwas mehr schreiben
Habe also in meiner Mittagspause heute die Kamera geschnappt und erst im Garten einige Fotos am Kirschbaum geschossen. Die Kirschblüte ist fast vorbei, ein paar ungeöffnete Knospen gibt es noch, die Bienen werden weggeweht im kalten Wind, aber die dicken Hummeln stemmen sich erfolgreich gegen die Windböen und balancieren im Blütenmeer umher.

Dann noch eine kleine Runde im Ort gedreht. Ich habe nach wenigen hundert Metern direkt Felder, Wald und Wiesen vor der Nase bzw. unter den Füssen, das lenkt dann sofort von allem ab, was einem am Schreibtisch im Kopf umherschwirrt. Heute waren das in erster Linie Hummel, die um den Kirschbaum schwirrten, oder das Rudel Rehe, das auf einem Feld auch gerade Mittagspause machte.

Meine Bildausbeute aus dem Garten und vom Spaziergang hier:

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