Die kleinen Dinge

In diesen Zeiten ändert sich langsam aber stetig die Wahrnehmung. Ich nehme das jedenfalls bei mir wahr. Bevor der ganze Corona-Wahnsinn losging, war ich noch ein paar Tage in Nordfriesland. Termine für ein Projekt (Fotografien aus Nordfriesland, mehr dann demnächst auch hier), nebenbei Arbeit für ein ganz anderes Projekt, einige Besuche bei meinen Eltern (schon mit Abstand, obwohl es da noch keine Regeln gab) . Die kommenden Veränderungen konnte man schon ahnen.

Aber ich hatte auch noch Glück mit der Krokusblüte in Husum. Es ist ja nicht so, dass ich davon noch keine Foto hätte – aber es ist eben jedes Jahr anders, und über die Jahre wechselt auch die fotografische Ausrüstung immer wieder mal.

Ich hatte für die Tage auch meine SL2 im Gepäck – die war nagelneu, nur ein paar Testfotos geschossen. Das Wetter sonnig an diesem 11. März 2020. Ich war erst in Lüttmoorsiel am Deich, danach im Schloßpark. Am Abend wollte ich wieder in Hannover sein. Für den Schloßpark hatte ich mir mein Makro-Objektiv in die Tasche gepackt – ein APO-Elmarit 100 mit Konverter – also 200mm mit f2.8, 29 Jahre alt, an einer neuen SL2. Bei offener Blende eine Schärfeebene von der Dicke eine Rasierklinge. Da kann man sich schon ein paar Minuten mit einer Blüte befassen

Mehr Fotos aus dem Schloßpark von diesem Tag sind in der Husum-Galerie zu finden. Das Krokusblütenfest wurde übrigens ein paar Tage später abgesagt. Und bis ich wieder in Husum bin, ist der Zauber auch schon vorbei. Man soll die kleinen Momente nutzen, so gut es geht. Erst recht in diesen Tagen

Die angesprochenen Testfotos waren übrigens von einem Marienkäfer. Der saß auf dem Esstisch auf einem Untersetzer – dort habe ich dem kleinen Käfer ein Stück Apfel serviert, das ihm wohl geschmeckt hat. Ich hatte einige Käfer in der Wohnung, die wegen der warmen Tage schon aus dem Winterschlaf aufgewacht sind. Rauslassen soll man sie da noch nicht, sie können nicht fliegen, wenn es da noch weniger als 10 Grad hat. Aber Fruchtsaft, Wasser oder Honig tut ihnen gut, damit fressen sie sich wieder Fettreserven (ja, glaubt man kaum) an.

Mal sehen, ob der kleine Freund das nächste Mal noch da ist. Für diese Fotos hatte ich kein Stativ zur Hand, das Licht war nur eine Esstischlampe am Abend, Blende f2.8, ISO 6400 und 1/80 Sekunde. Aber ich hatte die Nahlinse (Elpro) noch aufgeschraubt – deshalb ist der Kleine so groß hier.

Morgen geht es vielleicht mit der Kamera zur japanischen Kirsche im Garten, wenn nicht zu viel Wind ist. Hatte das Makro lange nicht mehr in Gebrauch, da muss ich wieder ein wenig üben.

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