Blues Jazz Portrait

Gute Reise, Steve!

Die Nachricht kam am 14. März am späten Abend. John hatte einige Musiker und Freunde per Email kontaktiert und berichtet, das Steve Hooks gestorben ist. Am 25. März wäre er 73 Jahre alt geworden.

Mr. Double Sax wird uns auf dieser Welt leider nicht mehr Live auf der Bühne begegnen. Aber seine Musik ist immer da, sie bleibt ein Teil des Lebens seiner Freunde und Musiker-Kollegen. Ob Jazz, Blues oder Rock – Steve war hier immer im Element, mit seinen “Babies”, wie er die beiden Saxophone immer nannte, oder mit der Flöte oder am Keyboard. Sein markanter Doppel-Saxophon-Sound bleibt im Kopf, man erkennt ihn sofort, wenn zum Beispiel eine CD von der Ron Evans Group läuft oder eine von Steves eigenen Werken.

Auch wenn da zuerst einmal Schmerz und Trauer über den Verlust eines Freundes die Oberhand gewinnen, kommt doch in diesem Fall auch schnell die Realität zurück. Die letzten Jahre hatte Steve immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, mehrere Schlaganfälle zwangen ihn schrittweise zur Aufgabe der Musik. Nach diesem Abschied auf Raten hat seine Seele nun irgendwo ein neues zu Hause gefunden, sie spielt sicher wieder Saxophon, in einer neuen, anderen Dimension.

Irgendwann treffen wir uns alle wieder. Bis dahin haben wir Deine Musik hier. Steve, danke für die vielen Konzerte, die ich als Zuhörer, Freund und Fotograf erleben durfte!

Ich bin heute durch mein Fotoarchiv gestreift, zurück in das Jahr 2006 und wieder vorwärts bis 2015. Das ist die Zeitspanne, in der ich Steve in unterschiedlichen Formationen fotografisch begleitet habe. Oft habe ich ihn mit seinen “Babies” abends nach dem Auftritt nach Hause gefahren.

Ich habe für diesen Beitrag Fotos von 2007 bis 2014 dabei und starte im Juni 2007. Da wohnt ich noch am Chiemsee und hatte im Juni Ron und Steve für einen Fototermin bei mir zu Hause im Wohnzimmer. Es wurde live gespielt, nach kurzer Zeit standen die Nachbarn vor der Veranda und waren begeistert. Ein Nachmittag, den ich nicht vergessen werde.

Einen Monat später war in Starnberg das Schloßberg Open Air, an dem auch die Ron Evans Group auftrat. Ein Foto von dieser Veranstaltung war das Titelbild in meinem Artikel in der Goodtimes im letzten Jahr. Hier drei Bilder von Steve in Aktion.

Im November 2007 habe ich die Band auf drei Terminen nach Sachsen begleitet (Zwenkau, Leipzig und Pirna) – aus Zwenkau und Pirna sind die nächsten Fotos.

Im März 2008 war die Ron Evans Group im Speicher Husum zu Gast. Für mich ein Heimspiel, da ich gerade wieder in meine alte Heimat Nordfriesland umgezogen war. Danach ging es weiter nach Schortens ins Fair Cafe. Von diesen beiden Gigs sind die nächsten Bilder.

Im April 2008 trafen ich mich mit Ron und Steve bei John zu einem Fototermin. Steve und John waren in oft als Jazz-Duo unterwegs, mit Ron gab es auch einige Auftritte als Aktustik-Trio. Hier zwei Fotos von diesem Tag.

Danach gab es einige Umbesetzungen bei der Ron Evans Group, ich war in dieser Zeit selten in Bayern. Aber dann gab es wieder eine neue Formation, die aus einem Trio entstand und mit Steve dann wieder zur neuen Ron Evans Group komplettiert wurde. Aus dieser Zeit habe ich ein Foto vom November 2013, entstanden in Dießen am Ammersee und das Bandfoto vom Februar 2014 aus Weyarn.

Mit diesen beiden Bildern möchte ich meine kleine Zeitreise schließen. Ich habe Steve danach noch dreimal in 2014 und zweimal in 2015 getroffen. Zuletzt sind wir uns im Februar 2016 begenet, als Steve für einige Stücke bei einem Auftritt der Ron Evans Group dabei war. Zu dieser Zeit war Steve gesundheitlich leider nicht mehr topfit. Ein Zuschauer bei einem Auftritt wird das so nicht bemerkt haben, denn Steve war ein Vollblutmusiker, er hat sich auf der Bühne auch in dieser Zeit nicht geschont. Aber wenn man jemanden viele Jahre begleitet hat, dann sieht und spürt man, wenn die besten Jahre vorüber sind. Ich will diese Erinnerung mit den Fotos aus den besseren Jahren beenden.

Für mich war Steve ein beeindruckender Mensch, ein Musiker, der bei aller Improvisationskunst immer noch ein Perfektionist war, einer der wenigen Saxophonisten, die das Simultanspiel mit zwei Saxophonen beherrschte. Seine Musik geht ins Ohr und bleibt im Kopf. Er hat wohl geahnt, das ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, er hat seine über Jahrzehnte komponierten Stücke in den letzten Jahren nach und nach veröffentlicht.

Steve, wir werden Dich und Deine Musik nicht vergessen. Mach’s gut, alter Freund.

PS: Viele alte Fotos sind auf Steves facebook fanpage finden. Die kann auch ohne facebook Konto bertrachtet werden. Seine Musik kann man bei youtube , amazon music oder itunes oder anderen Portalen hören. Bei youtube findet man auch jede Menge Videos, zum Beispiel dieses hier mit Heini Altbart und Hubert Tubbs.

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