24-90 mm Dokumentation Farbe Landschaft Reise

Halligfahrt – mit der MS Rungholt nach Hooge

Am vergangenen Montag haben wir spontan bei bestem Sommerwetter – ja, in Nordfriesland ist der Sommer noch erträglich – eine Fahrt zur Hallig Hooge unternommen. Man hat da von Schlüttsiel aus mehrere Möglichkeiten: entweder mit der Fähre der WDR oder aber mit einem der kleineren Ausflugsschiffe.

Diesen Montag fuhr die MS Rungholt – ein kleines Schiff für bis zu 50 Personen aus dem Jahre 1966. Das schöne an dieser Art von Halligfahrt ist, dass der Kapitän (Uwe Petersen) seine Fahrgäste immer wieder mit Informationen über all das versorgt, was sich Backbord und Steuerbord und natürlich voraus so tut und was zu sehen ist.

Nach etwa 90 Minuten Fahrzeit bei ruhiger See und Sonnenschein kamen wir auf Hooge an und mieteten uns ein Fahrrad, um die Hallig zu erkunden. Man hat dafür drei Stunden Zeit – wir hatten das Pech, dass der Stop für unseren Mittagsimbis in der T-Stube (nicht empfehlenswert) leider viel mehr Zeit in Anspruch nahm als gedacht. Also besser den Rucksack vollpacken oder auf ein anderes Gastronomieangebot ausweichen, wenn man die Zeit bestmöglich nutzen möchte!

Ich habe für diesen Beitrag 24 Fotos ausgesucht. Besonders gefallen habe mir die beiden Pferde auf der Weide, die ich auf dem Hin- und Rückweg nach Landsende fotografiert habe. Ansonsten tummeln sich auch jede Menge Rinder und einige Bienenvölker auf der Hallig.

Auf der Rückfahrt wurde mir dann wieder das ganze Desaster der „Energiewende“ bewusst: die Gier der Windkraftinvestoren, die eine ganze Küstenregion zerstört. Früher waren die vereinzelten Windkraftanlagen ein Fortschrifttszeichen, heute ist die Landschaft kaputt – besonders deutlich beim Blick nach Gröde oder zum Sönke-Nissen-Koog zu sehen. Sönke Nissen würde das glaube ich nicht gefallen, wie sich die großen Höfe mit den charakteristischen grünen Dächern unter den zahllosen Windrädern ducken müssen.

Ich vergleiche diese Art der Energiegewinnung ein wenig mit dem Braunkohletagebau – rücksichtsloser Umgang mit der Natur und Zerstörung ganzer Regionen. Aber die Spargel sind dann hoffentlich schneller abgebaut als der Tagebau renaturiert. Leider folgen Politik und weite Teile der Gesellschaft den Irrlichtern der „Erneuerbaren“ – erneuern tut sich da gar nichts, außer dem Geldsegen auf dem Konto des Investors. Und wichtige Forschungen in wirklich zukunftsweisende Energieträger unterbleiben leider vorerst.

Hoffentlich halten Mensch und Tier bis dahin im sonst so schönen Nordfriesland durch – am besten geht das bei einer Halligfahrt

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