24-90 mm Dokumentation Farbe Reise

Harzer Schmalspurbahn im Winter

Am vergangenen Sonntag waren wir für einen kurzen Ausflug im Harz. Das war kurz nach dem Sturm Friederike und auf dem Weg nach Schierke (unserem Zielort) konnte man schon jede Menge umgestürzte Bäume sehen. Wir hatten kein festes Programm geplant, sondern wollten einfach nur ein wenig in der Winterlandschaft spazieren. Falls das Wetter mitspielen und die Bahnstrecke zum Brocken wieder frei sein würde, wäre vielleicht sogar eine Fahrt zum Brocken drin gewesen.

Wir reisten am Samstag nachmittag an, da war es recht trüb, wir gingen ein wenig im Ort spazieren, machten eine Pause im Café und es gab dann abends in einem kleinen Restaurant ein gemütliches Abendessen mit einem Schierker Feuerstein zum Abschluß

Ich hatte immer wieder Nachrichten auf der Seite der Harzer Schmalspurbahn gelesen. Hier waren auf vielen Streckenabschnitten umfangreiche Aufräumarbeiten im Gange, und die Verbindungen waren teilweise bis auf weiteres ausgesetzt.

Sonntag früh war jedenfalls bestes Winterwetter. Wir spazierten vom Parkplatz an der Hagenstraße Richtung Bahnhof Schierke. Es war um die 0 Grad, die Sonne schien, es hatte in der Nacht nochmal geschneit. Ein Traumwetter also und ich war gespannt, ob ich eine Bahn der HSB zu sehen bekam.

Als wir am Bahnhof ankamen, hätte eigentlich der Zug zum Brocken auch ankommen sollen. Aber es stand nur ein Harzkamel mit Schneefräse auf Gleis 2 und einige Arbeiter besprachen offensichtlich den nächsten Einsatz. Ein Bagger wurde auf die Schienen gesetzt und macht sich auf den Weg Richtung Brocken. Auf Nachfrage konnte man dann auch erfahren, daß keine Bahn zum Brocken fahren würde. Aber ein Zug sollte später in Schierke ankommen und dann wieder zurück Richtung Drei Annen Hohne.

Zunächst ging aber erst der kleine Wartungszug Richtung Brocken auf die Reise. Wir spazierten auf dem den Parallelweg der vom Bahnhof zum Berggipfel führt. Wenig später war dann in Ferne auch schon ein Zug zu hören. Jetzt gab es hier im Bahnhofsbereich einiges zu beobachten. Der Zug fuhr ein, die Lok wurde an das hintere Zugende rangiert, der Zug fuhr dann von Gleis 1 auf Gleis 2. Und wenig später kam ein weiterer Zug in Schierke an. Da standen dann zwei komplette Züge am Bahnhof.

Das ganze Spektakel erinnerte mich an meine Kindheit, als ich selbst mit meiner kleinen Modelleisenbahn diese Manöver gefahren habe. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt, eine friedliche Winterlandschaft, lauter gut gelaunte Leute, Lokführer und Arbeiter der HSB, die offensichtlich mir viel Enthusiasmus und Freude bei der Arbeit waren, auch wenn es wegen der Sturmfolgen kein normaler Fahrbetrieb war. So ganz anders als das, was man täglich in den Nachrichten in Fernsehen und Internet zu sehen und zu lesen bekommt. Ja, einen Moment sah es so aus, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Einfach schön und beruhigend.

Als Fotograf kam ich an diesem Tag natürlich auch nicht zu kurz. Ich hatte die SL mit dem Vario 24-90 dabei. Eine Auswahl der Bilder vom Tage habe ich hier mitgebracht. Auf jeden Fall geht es bald wieder dorthin. Ein Ausflug in den Harz ist wie ein Flasche gute Laune-Medizin mit einer Prise Gelassenheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.