Fotografie von 1977 bis heute – meine persönliche Kamera-Geschichte

Der Beginn mit Rollei & Zeiss Ikon

Meine ersten Erinnerungen an das Thema Fotografie reichen zurück bis in die späten 60er Jahre:

Mein Vater hatte damals immer eine graue Baby Rolleiflex 4×4 dabei und ich war als kleines Kind fasziniert, wenn man da oben in den Sucher geschaut hat und ein Abbild der Welt vor der Kamera sah.

Aktiv ging es richtig los im Jahr 1977 – ein Onkel schenkte mir eine für damalige Verhältnisse schon nicht mehr ganz junge Zeiss Contina-Matic, und damit habe ich meine ersten bewussten fotographischen Gehversuche unternommen. Einige Abzüge und Negativstreifen aus der Zeit habe ich heute noch.

Seit Anfang der 80er Jahre benutzte ich hauptsächlich die Rolleiflex SL35, die mir mein Vater damals überlassen hatte. Für diese Kamera hatte er seinerzeit die Rollei 4×4 eingetauscht. Als Objektiv war hier das 50er von Schneider-Kreuznach drauf. Eine Kamera, die ich sehr geschätzt und später oft vermisst habe.

Die Jahre mit Minolta

Einige Jahre später gab es Problem mit dem Verschluß und ich gab diese Kamera in Zahlung und stieg auf eine Minolta X 300 um. Die war ebenfalls mit einem 50er ausgestattet, dazu schaffte ich noch ein Soligor 75-205 Schiebezoom an. Mit dieser Ausrüstung habe ich so einiges an Filmen durch die Kamera gejagt, meistens im Urlaub, aber auch zu anderen Gelegenheiten. Mit dieser Kamera habe ich z.B. meine ersten Aufnahmen von der Redhouse Bluesband (das war damals die Band von Ron Evans) im Übungsraum gemacht.

Danach folgte ein funktional etwas besser ausgestattetes Modell mit zwei Zoom-Objektiven: eine Minolta SPxi. Die war vergleichsweise lang im Einsatz, die ersten Bilder meiner Kinder sind damit entstanden. Mir waren damals die verschiedenen Automatikfunktionen wichtig – das Wort Schnappschuß wurde großgeschrieben.

Die japanischen Kompakten

Der Sprung zu digitalen Technik erfolgte Anfang 2001.

Und zwar mit der Nikon Coolpix 990. Damals ein tolles Teil, man konnte Bilder aus den unmöglichsten Perspektive einfangen.

Im Jahr 2005 folgte eine Panasonic Lumix FZ5 – Panasonic stieg zu dieser Zeit recht erfolgreich in den Markt der Kompaktkameras mit starken Zoomobjektiven – Lieferant war hier Leica – ein. Diese Kamera wurde später durch eine Panasonic Lumix FZ20 und eine Panasonic Lumix FZ50 ersetzt. Die Entwicklung ging in dieser Zeit unglaublich schnell, mehrmals im Jahr gab es neue Geräte auf dem Markt.

Zurück zur SLR – Nikon und Carl Zeiss

Ende 2006 entschied ich mich für eine digitale Spiegelreflex – die Nikon D200. Die Mattscheibe wurde durch eine KatzEye-Scheibe mit Schnittbildindikator ersetzt und ich fotografierte mit manuellen Objektiven von Carl Zeiss – dem 50er und 85 Planar (jeweils f1.4) und gelegentlich mit dem 25er Distagon. Das Fotografieren war so wieder sehr ähnlich der Rollei SL35. Irgendwie sehr vertraut. Den Autofokus habe ich nie vermisst.

In dieser Zeit ging es los mit den ersten kleineren Projekten rund um das Thema Musik, meistens Live, ich schoß für mehrere Musiker im Münchner Raum Bilder zur Verwendung für CD-Produktionen und Websites. Wenn immer möglich war ich mit meiner Ausrüstung auch bei anderen öffentlichen Live-Konzerten dabei, um meine eigenen fotografischen Fähigkeiten auszubauen.

Mit den Ergebnissen war ich schon recht zufrieden,  aber mit der Sensorgröße im DX-Format ist dann doch relativ schnell der Spaß zu Ende. Ich schielte schon zu dieser Zeit auf die Leica M8, aber hier war das gleiche Problem mit der limitierten Sensorfläche. Also wartete ich auf das Vollformat…

Die Leica M

Dann war es soweit: die Leica M9 war auf dem Markt

Eine Nikon D3 war mit zu groß, aber die Nikon D700 wäre noch eine Alternative gewesen. Ich entschied mich nach einiger Überlegung für den Systemwechsel zu Leica, tauschte Mitte 2010 meine komplette Nikon/Zeiss-Ausrüstung ein und bin seit dieser Zeit mit der Leica M9 unterwegs.

Zunächst mit einem Summilux 50 und einem Elmarit 28, seit wenigen Tagen mit dem Objektiv, welches schon seit Jahren auf meiner Liste ganz oben stand: dem Noctilux. Was für ein Teil – ich hatte mir schon früher eines bei Leica ausgeliehen, und nach dem Workshop kürzlich in London und der aktuellen Marktsituation für Leica-Objektive war die Entscheidung klar und wurde in die Tat umgesetzt. Summilux 50 sowie Elmarit 28 wurden mit äußerst geringem Abschlag verkauft. Neben dem Noctilux nutze ich regelmäßig das Super-Elmar 18, überwiegend für Architektur- und Panorama-Aufnahmen. Ab und zu kommt auch ein Tele-Elmar 135 aus den 80er Jahren zum Einsatz.

Die M9 ist die Kamera, mit der ich die mit Abstand meisten Bilder geschossen habe. Mehr als 15.000 Auslösungen sind seit August 2010 auf dem Zähler. Fotografieren ohne eine M und vor allem ohne die Qualität der M Objektive kann ich mir nur schwer vorstellen.

 

Verlinkte Quellen für diesen Artikel:

  1. Kameramuseum
  2. Camera-Wiki
  3. Frank Mechelhoff
  4. KatzEye Optics
  5. Digital Photography Review
  6. Leica Camera AG

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